Far East Tea Company Editorial Team About 3 min read
Contents

Vor Tagesanbruch zieht Nebel von den Bergen hinunter. Am Talboden des Yabe-Flusses wird er so dicht, dass die Ränder der Teefelder weich verschwimmen: ein natürlicher Schatten, der die Tücher über den Gyokuro-Reihen ergänzt. Das ist Yame, und hier liegt ein Grund, warum dieser Tee immer wieder ausgezeichnet wird.

Der Yame Tee (八女茶, Yamecha) wird in der Stadt Yame und ihrer Umgebung in der Präfektur Fukuoka im Südwesten von Kyushu angebaut. Laut dem Japanischen Ministerium für Landwirtschaft (MAFF, Reiwa 5) erzeugt Fukuoka nur etwa 3 bis 4 % des japanischen Grüntees. Sein Ruf für Qualität ist jedoch weit größer als dieser Anteil, besonders bei Gyokuro. Unter den Teeanbaugebieten Japans nimmt Yame eine besondere Stellung ein: Yame Gyokuro hat beim Nationalen Teewettbewerb Japans öfter Spitzenpreise gewonnen als jede andere einzelne Region.

Merkmale des Tees aus Fukuoka

Fukuoka ist vor allem für Dentō Hon-Gyokuro bekannt, doch die Region produziert auch Kabusecha, Sencha und Matcha. Gemeinsam ist all diesen Teesorten die Landschaft des Yame-Beckens: Berge, Flussnebel, gut drainierte Hänge und Böden, die Wärme und Feuchtigkeit ruhig halten.

Teeart Charakter Anbau
Gyokuro Tiefes Umami, Süße, meeresalgenartige Note, kaum Bitterkeit 20-30 Tage vor der Ernte beschattet
Kabusecha Leichter als Gyokuro, Gleichgewicht von Umami und frischem Grün 5-14 Tage vor der Ernte beschattet
Sencha Ausgewogene Adstringenz und Umami, klarer grüner Nachklang Anbau in voller Sonne
Matcha Reich, weich, feines Pulver aus beschattetem Tencha Beschattet, danach auf Steinmühlen vermahlen

Ein außergewöhnlicher Gyokuro: bis zu 300.000 Yen pro Kilogramm

Gyokuro-Teeblätter aus Yame

Für Gyokuro werden die Teesträucher 20 bis 30 Tage vor der Ernte durch Anbau unter Abdeckung beschattet. Bei Kabusecha sind es meist 5 bis 14 Tage. Ohne direktes Sonnenlicht bleibt mehr L-Theanin im Blatt erhalten, während die Bildung von Katechinen, also Adstringenz, gebremst wird. So entsteht ein Tee mit tiefer Süße und langem Umami.

Der Yame Dentō Hon-Gyokuro wird traditionell nach der Methode „kabeshita“ angebaut, mit Reisstroh und Schilfmatten statt einfachen schwarzen Netzen. Die Ernte erfolgt von Hand, und die Menge ist klein. Spitzenlose können mehrere Hunderttausend Yen pro Kilogramm erreichen.

Eine Produktion, die Umami in den Mittelpunkt stellt

Die lange Erfahrung mit Gyokuro prägt auch den Sencha aus Fukuoka. Yabukita, Saemidori, Asatsuyu, oft „natürlicher Gyokuro“ genannt, und Okumidori werden hier je nach Höhenlage und Gartenstil eingesetzt. Viele Tees aus Fukuoka wirken nicht laut, sondern dicht, süßlich und klar.

Geschichte des Tees in Fukuoka

Die Teegeschichte Fukuokas wird auf etwa 1423 zurückgeführt. Der Zen-Mönch Shūzui soll nach seiner Rückkehr aus China am Reigenji-Tempel im heutigen Kurokimachi Teesamen gepflanzt haben. Zugleich überlieferte er dem Dorfvorsteher Matsuo Taro Goro Hisaie die Herstellung von Kamairicha, also in der Pfanne erhitztem Tee.

Über Jahrhunderte blieb Tee aus der Gegend vor allem ein lokales Produkt rund um Kurume. Erst in der Meiji-Zeit wurde Yame Gyokuro zu einem eigenen Schwerpunkt. Der Mönch Takita Oken richtete am Kiyomizudera-Tempel eine Schulungsstätte ein, um Anbau und Verarbeitung von Gyokuro weiterzugeben.

Als sich der japanische Teemarkt im frühen 20. Jahrhundert veränderte, wurden verstreute lokale Namen unter der Marke „Yamecha“ gebündelt. Der Nationale Teewettbewerb wurde zum Prüfstein. Die wiederholten Siege von Yame in der Gyokuro-Kategorie machten den Namen weit über Fukuoka hinaus bekannt.

Teeanbaugebiete in Fukuoka

Mehr als 90 % der Teegärten Fukuokas liegen im Yame-Distrikt. Deshalb überschneiden sich die Begriffe Fukuoka-Tee und Yame-Tee stark, auch wenn sie nicht völlig dasselbe bedeuten.

Yame: die Heimat des Dentō Hon-Gyokuro

Yame Tee stammt aus der Stadt Yame sowie aus Nachbargebieten wie Chikugo und Hirokawa. In den flacheren Lagen wird vor allem Sencha erzeugt, während die Berggärten besonders für Gyokuro stehen. Yame Gyokuro hat beim Nationalen Teewettbewerb Japans mehr als 23 Jahre in Folge den Preis für die beste Herkunft gewonnen, nach Stand der 77. Ausgabe in Reiwa 5.

Ukiha: Quellwasser und Berggärten

Naturquellen in Ukiha

Die Stadt Ukiha besitzt Quellen, die zu Japans „100 berühmten Wassern“ (Hyakunen Meisuichi) gezählt werden. Das klare Grund- und Quellwasser prägt den Alltag der Stadt ebenso wie die Berggärten der Region, in denen aromatische Tees entstehen.

Fukuoka ist auch eine geschätzte Region für Kabusecha und Kamairicha.

Für einen breiteren Überblick lesen Sie unseren Leitfaden zu den Teeanbaugebieten Japans.

Entdecken Sie Gyokuro und hochwertigen Sencha aus Fukuoka in unserer Auswahl japanischer Tees.

Frequently Asked Questions

Was macht Yame-Gyokuro besonders?

Yame-Gyokuro profitiert vom Zusammenspiel aus natürlichem Talnebel und traditionellen Beschattungstechniken; daraus entstehen Blätter mit ungewöhnlich hohem Theaningehalt. Die wiederholten Siege beim Nationalen Teewettbewerb spiegeln eine gleichbleibende Qualität wider, die über Generationen von Produzenten in der Region gepflegt wurde.

Ist Yame-Tee dasselbe wie Fukuoka-Tee?

Yame-Tee ist der bekannteste Tee aus der Präfektur Fukuoka, bezeichnet aber konkret Tee, der in und um die Stadt Yame angebaut wird. Etwa 90 % des Tees aus Fukuoka stammen aus dem Bezirk Yame, daher überschneiden sich die beiden Namen deutlich – aber nicht vollständig. Auch andere Teile Fukuokas bauen Tee unter anderen lokalen Namen an.

Wie sollte Yame-Gyokuro aufgebrüht werden?

Verwenden Sie auf 50–60 °C abgekühltes Wasser, lassen Sie den Tee etwa 90 Sekunden ziehen und servieren Sie kleine Portionen – 30 bis 50 ml pro Person. Die niedrige Temperatur ist die entscheidende Variable: Sie bewahrt den tiefen Umami-Charakter, mit dem Yame-Gyokuro Spitzenpreise beim Nationalen Teewettbewerb gewonnen hat, und hält zugleich Bitterkeit in Schach. Eine kleine Kyusu oder eine Tasse mit Deckel eignet sich gut. Eine vollständige Anleitung finden Sie in unserer Gyokuro-Brühanleitung. Gyokuro und hochwertigen Sencha aus Fukuoka finden Sie in unserer japanischen Teekollektion.

Was ist der Unterschied zwischen Yame-Tee und Uji-Tee?

Sowohl Yame als auch Uji sind als Herkunftsorte für erstklassigen Gyokuro bekannt, doch sie schöpfen aus unterschiedlichem Terroir. Uji-Tee profitiert vom Morgennebel des Uji-Flusses und seinem tonreichen Boden und bringt eine breite Palette hochwertiger Tees hervor — darunter Matcha, Gyokuro und Tencha. Yame-Tee hingegen nutzt das eingeschlossene Becken des Yabe-Flusses und seine steilen Hänge und hat sich vor allem beim Gyokuro einen besonderen Ruf erarbeitet: Keine andere Region hat beim Nationalen Teewettbewerb Japans so oft den Spitzenpreis gewonnen. Beide gelten weithin als Japans führende Herkunftsorte für Premiumtee.