Far East Tea Company Editorial Team About 3 min read
Contents

Die Schale ist warm, auf der Oberfläche liegt feiner Schaum, und unter dem Duft von Grün erscheint ruhige Süße. Wenn ein Matcha weich wirkt und kaum Bitterkeit zeigt, steckt häufig Okumidori dahinter. In Uji und Nishio gehört der Kultivar zu den Grundlagen für Tencha und Matcha.

Okumidori ist Japans viertwichtigster Tee-Kultivar. Sein Ruf steht vor allem bei beschatteten Tees und Pulvertee; zugleich funktioniert er als Sencha, Gyokuro und Kabusecha.

Was ist Okumidori?

Okumidori ist ein spät reifender Tee-Kultivar, der 1974 registriert wurde und aus Yabukita sowie Shizuoka Zairai 16 hervorging. Teebauern schätzen Kältetoleranz, hohen Theanin-Gehalt und zuverlässige Leistung unter Beschattung. In der Tasse zeigt sich das als tiefe Farbe, runder Umami-Charakter und niedrige Adstringenz.

Der Name erklärt die Erntezeit: oku bedeutet im Japanischen spät. Okumidori wird etwa 7–8 Tage nach Yabukita gepflückt. Dieser Abstand hilft bei der Planung, weil die Frühjahrsernte kurz, arbeitsintensiv und wetterabhängig ist.

Nach Yabukita, Yutakamidori und Saemidori steht Okumidori auf Rang vier. Seine Bedeutung ist größer, als diese Zahl zeigt, weil er in Tencha-Regionen konzentriert vorkommt.

Okumidori und Matcha

Für Matcha ist Okumidori wichtig, weil drei Eigenschaften zusammenkommen: feine Blattqualität, hoher Theanin-Gehalt und stabile grüne Farbe. Die Blätter lassen sich in der Steinmühle gleichmäßig verarbeiten; das hilft bei Textur, Mundgefühl und Schaumstabilität bei der Zubereitung von Matcha.

Der Tencha, also das beschattete und getrocknete Blatt für Matcha, gewinnt durch Okumidori klare Süße. Das Theanin trägt den Umami-Charakter, während Bitterkeit im Hintergrund bleibt. Darum findet man Okumidori häufig in Blends aus Uji und Nishio, auch neben anderen Kultivaren für Matcha und Tencha.

Okumidori im Vergleich mit anderen Kultivaren für die Matcha-Herstellung
KultivarTheaninFarbkraftAdstringenzMahlbarkeit
Okumidorihochsehr gut, tief und stabilniedrigsehr fein
Yabukitamittelgutmittelgut
Saemidorisehr hochsehr gut, leuchtend grünsehr niedrigsehr fein
Gokousehr hochsehr gutniedriggut

Der Geschmack von Okumidori

Okumidori schmeckt meist voll, glatt und herzhaft-süß. Der erste Eindruck ist Umami, danach kommen weiche Süße und sauberer Nachhall. Als Matcha fühlt er sich rund an; als Schattentee zeigt er Tiefe, ohne scharf zu werden.

Für usucha, dünn zubereiteten Matcha mit 1,5–2 g Pulver auf 60–70 mL Wasser, wirkt Okumidori cremig. Bei koicha, der dicken Zubereitung mit 3–4 g auf 30–40 mL, trägt das Theanin die Dichte, ohne dass Bitterkeit dominiert. Als Sencha ist er oft körperreicher als Alltagskultivare.

Okumidori wächst vor allem dort, wo Tencha, Matcha und Gyokuro wichtig sind. Uji in Kyoto und Nishio in Aichi sind prägend; dazu kommen Kagoshima, Mie und Fukuoka. Die späte Erntezeit passt gut zu Betrieben mit mehreren Kultivaren.

Auch der Schattierungsanbau erklärt seine Verbreitung. Bei der Beschattung werden die Pflanzen vor der Ernte 2–4 Wochen abgedeckt. So bleibt mehr Theanin im Blatt, und Okumidori entwickelt klare Süße.

Unterschiede zwischen Okumidori und Yabukita

Yabukita ist Japans Standardkultivar, robust und fast überall vertreten. Okumidori ist später, schattentauglicher und für Matcha oft feiner.

Okumidori und Yabukita: wichtige Unterschiede
VergleichspunktOkumidoriYabukita
Erntezeitetwa 7–8 Tage späterReferenzzeitpunkt
Theaninhochmittel
Reaktion auf Beschattungsehr gutgut
Eignung für Matcha und Tenchasehr hochgut, eher universell
Adstringenzniedrigermittel
RegionenUji, Nishio, Kagoshima, Mie, Fukuokalandesweit
HauptverwendungMatcha, Gyokuro, Tencha, KabusechaSencha, Hojicha, Alltagstee

Okumidori als Gyokuro und Kabusecha

Okumidori ist nicht nur ein Matcha-Kultivar. Als Gyokuro profitiert er von 3–4 Wochen Beschattung. Theanin und Umami treten stärker hervor; die Tasse wird dichter, bleibt aber weich.

Als Kabusecha, mit etwa 7–10 Tagen Abdeckung, steht Okumidori zwischen Sencha und Gyokuro. Die Süße wird angehoben, die grüne Frische bleibt sichtbar.

Zubereitung von Okumidori

Die Zubereitung hängt davon ab, ob Sie Okumidori als Matcha, Sencha, Gyokuro oder Kabusecha haben. Die Grundidee bleibt gleich: Hitze zurücknehmen, Süße schützen, Umami öffnen. Für Blatttee sind 65–70 °C und 90–120 Sekunden ein guter Beginn.

Der zweite Aufguss darf 75–80 °C haben. Bei Matcha zählen Wasserqualität, Sieb, Schale und gleichmäßiges Aufschlagen. Zur Qualität hilft auch unser Leitfaden zu Zeremoniellem Matcha.

Frequently Asked Questions

Wie schmeckt Okumidori Matcha?

Weich, herzhaft-süß und vollmundig, mit geringer Adstringenz. Die typische Fülle des Theanins verleiht ihm eine anhaltende Süße, die im Nachhall bleibt, ohne bitter zu werden. Für einen sortenreinen Matcha gehört er zu den runderen, zugänglicheren Profilen – weniger scharf als manche Tees der frühen Saison, weniger intensiv als die kräftigsten Koicha-Mischungen. Aufgeschlagen zeigt er ein lebhaftes, tiefes Grün. Unser Leitfaden zu Matcha in Zeremonienqualität erklärt ausführlicher, woran sich Matcha-Qualität erkennen lässt.

Ist Okumidori der beste Kultivar für Matcha?

Er gehört zur Spitzenklasse, aber „der beste“ hängt davon ab, worauf Sie Wert legen. Okumidori überzeugt durch gleichmäßiges Mahlen, gute Farbstabilität und tiefes Umami. Saemidori bringt oft mehr Süße und ein feineres Aroma. Gokou, eine regionale Spezialität aus Uji, kann außergewöhnlich komplex sein. Hochwertiger Wettbewerbs-Matcha kombiniert häufig mehrere Kultivare, um diese Qualitäten auszubalancieren. Okumidori hat seinen Ruf als grundlegender Kultivar in der Premium-Matcha-Herstellung verdient – zuverlässig, leistungsstark und deutlich weich.

Woran lässt sich erkennen, ob Matcha aus Okumidori hergestellt wurde?

Am Etikett, sofern der Produzent es angibt. Sortenreiner Matcha ist in Japan eine wachsende Nische, und einige Spezialproduzenten nennen den Kultivar inzwischen zusammen mit der Anbauregion. Die meisten handelsüblichen Matcha – auch seriöse Produkte der mittleren Preisklasse – nennen keinen Kultivar, weil es sich meist um Mischungen handelt. Wenn Sie kultivarspezifischen Matcha suchen, achten Sie auf Produzenten aus Uji oder Nishio, die *okumidori* oder *品種: おくみどり* auf der Verpackung angeben. Wenn Sie wissen möchten, wie ein Kultivar den Tee prägt, finden Sie in unserer japanischen Teekollektion Tees, bei denen der Kultivar Teil der Geschichte ist.

Gilt Okumidori-Matcha als Premium-Matcha?

Okumidori gehört zu den Kultivaren, die für hochwertigen Matcha eingesetzt werden. Ob ein Matcha Premium ist, hängt jedoch nicht allein vom Kultivar ab — Region, Anbaumethode, Verarbeitungsqualität und Mischungsverhältnis spielen alle eine Rolle. Okumidori allein kann ausgezeichneten Matcha ergeben, viele hochwertige Produkte sind aber Blends mit Saemidori oder Gokou. Mehr zur Matcha-Qualitätsbewertung finden Sie in unserem Leitfaden zu Matcha in Zeremonienqualität.

Gibt es Okumidori als Sencha?

Ja. Außerhalb der wichtigsten Tencha-Anbaugebiete wird Okumidori auch als offener Sencha in Regionen wie Kagoshima und Mie angebaut. Das ergibt einen Sencha mit viel Umami, wenig Adstringenz und tiefem Charakter. Mit leichter Kabuse-Beschattung (sieben bis zehn Tage vor der Ernte) vertieft sich der Umami weiter und der Tee nähert sich dem Gyokuro-Profil an. Okumidori ist vielseitiger als sein Ruf als Matcha-Kultivar vermuten lässt. Schauen Sie gerne in unsere japanische Teeauswahl.